25 Jahre Industriepark Walsrode

Die industrielle Geschichte des Standorts reicht mehr als 200 Jahre zurück. Aus einer Papier- und Pulvermühle entwickelte sich über die Wolff Walsrode AG ein moderner Industriestandort. Mit der Gründung des Industrieparks zum 1. Januar 2001 wurden die damaligen Geschäftsbereiche in eigenständige Unternehmen überführt. Gleichzeitig blieben zentrale Infrastruktur und Dienstleistungen – darunter Energie- und Medienversorgung, Wasser und Abwasser, Sicherheit, Werkstätten, technische Unterstützung und Ausbildung – eng miteinander verbunden. Dieses gemeinsame Standortmodell bildet bis heute die Grundlage für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Industriepark.
Seit seiner Gründung im Jahr 2001 hat sich der Industriepark immer wieder an neue Marktbedingungen, technologische Entwicklungen sowie steigende Anforderungen an Sicherheit und Umwelt angepasst. Heute arbeiten auf dem rund 87,5 Hektar großen Gelände acht international tätige Unternehmen sowie zahlreiche Dienstleister und Kontraktoren. Insgesamt sind am Standort rund 1.600 Beschäftigte tätig. Investitionen, moderne Infrastruktur und die gute Zusammenarbeit der Unternehmen haben den IPW zu einem der wichtigsten Wirtschaftsstandorte der Region entwickelt.
„Die vergangenen 25 Jahre zeigen: Stillstand ist für einen Industriestandort keine Option. Hinter jeder Veränderung stehen mutige Menschen, die diese Entscheidungen treffen, mittragen und ausgestalten. Nur wer Veränderung annimmt, kann die Zukunft aktiv gestalten“, sagte Christian Fauska, Site Leader am Standort Walsrode, in seiner Begrüßung. Fauska ist seit Anfang 2025 Industrieparkleiter und CEO von MSM Walsrode. „Unsere Stärke liegt in der Fähigkeit, uns zu verändern, ohne unsere Wurzeln zu verlieren“, betonte er.
Auch aktuell stehen die Unternehmen vor großen Herausforderungen: hohe Energiepreise, der zunehmende Fachkräftemangel, die digitale Transformation und künstliche Intelligenz sowie geopolitische Verwerfungen. Gastredner Prof. Hubertus Bardt ordnete diese Entwicklungen aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive ein und gab Impulse für Politik und Industrie. Mit Blick auf die steigenden Verteidigungsausgaben erklärte er: „Der wirtschaftliche Impuls durch die hohen Verteidigungsausgaben ist eine Chance für die Industrie, löst aber die strukturellen Herausforderungen des Industriestandorts Deutschland nicht allein.“
Dr. Dieter Herzog, ehemaliger Vorstand der Wolff Walsrode AG, erinnerte an die Gründungsidee: Für die damaligen Geschäftsbereiche des breit aufgestellten Unternehmens Wolff Walsrode sollten starke Spezialisten gefunden und so die langfristige Weiterentwicklung sichergestellt werden. „Diese Idee ist mit Blick auf den heutigen Industriepark und auf die jüngsten Industrieparkpartner CSG und Roquette voll aufgegangen“, so Herzog.
Die aktuelle Entwicklung unterstreicht diese Einschätzung: Im Industriepark Walsrode wird derzeit umfangreich investiert – in die gemeinsame Infrastruktur, in eine neue Anlage bei Covestro, neue Druckmaschinen bei Wipak, den Ausbau des Forschungslabors bei Roquette sowie eine Anlagenerweiterung bei MSM Walsrode. Seit Mai 2025 gehören der Industriepark und das Nitrocellulosegeschäft von MSM Walsrode zur internationalen Technologie- und Industriegruppe CSG. Neben Nitrocellulose für zivile Anwendungen soll der Standort künftig auch energetische Nitrocellulose herstellen.

Zukunftsfähigkeit bedeutet für den Industriepark zugleich, Verantwortung für Walsrode und den Heidekreis zu übernehmen. Der Standort ist nicht nur Arbeitgeber und Ausbildungsort, sondern auch Auftraggeber und verlässlicher Partner der Region. Als sichtbares Zeichen dieser Verbundenheit stellt CSG über MSM Walsrode noch in diesem Jahr ein Spendenpaket in Höhe von insgesamt 50.000 Euro für gemeinnützige Projekte in der Region bereit.
Mit starken Konzernen im Rücken und dem Know-how vor Ort wird der IPW auch künftige Herausforderungen in den Bereichen Transformation, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Energieversorgung und Fachkräftesicherung aktiv mitgestalten. Eine Ausstellung unter dem Titel „Herkunft und Zukunft des Standorts“ spannte den Bogen von den Anfängen der mehr als 200-jährigen Industriegeschichte bis zu den aktuellen Zukunftsprojekten. Sie machte zugleich sichtbar, wie vielfältig die Produkte aus dem Industriepark sind: von innovativen und recycelbaren Lebensmittelverpackungen über Spezialfolien, Anwendungen für Medizin und Technik, Nahrungsergänzungsmittel und Cellulosederivate bis hin zu Nitrocellulose für Farben, Lacke und künftig auch energetische Anwendungen.
Das Label „made in IPW“ steht seit 25 Jahren für Innovation, Qualität, industrielle Kompetenz und Kontinuität. Die Verbindung aus gemeinsamer Infrastruktur, spezialisierten Unternehmen, qualifizierten Beschäftigten und enger regionaler Verwurzelung bildet das Fundament für die weitere Entwicklung des Standorts.
„25 Jahre Industriepark Walsrode stehen für Wandel und Kontinuität, für unternehmerischen Mut und gemeinsames Handeln. Dieser Standort hat nicht nur eine große Geschichte – er hat vor allem eine starke Zukunft“, fasste Fauska zusammen.
Herzlichen Glückwunsch, Industriepark Walsrode – auf die nächsten 25 Jahre!