
Historie
Nitrocelluloseproduktion seit über 200 Jahren
Vom Familienunternehmen Wolff bis zum Industriepark, von der Pulvermühle bis zu eine der modernsten und am höchsten automatisierten Produktionsanlagen für Nitrocellulose weltweit blickt MSM Walsrode nicht ohne Stolz auf eine faszinierende und erfolgreiche, stets vom Wandel bestimmte Erfolgsgeschichte zurück.

Der Chemiker und Apotheker Dr. Leschen und die Kaufleute Ludolph Urlaub und August Wolff erhalten die Konzession zur Produktion von Schwarzpulver und dem Bau einer Pulvermühle am Fluss Bomlitz.

Bau der Schießwollefabrik zur Herstellung von Collodiumwolle (für industrielle Zwecke, Produktionsbeginn 1879) durch Wolff & Co.. Wilhelm Friedrich Wolff, Sohn des Firmengründers, ist geschäftsführender Gesellschafter.

Produktion von rauchfreiem Pulver auf Basis von Nitrocellulose.

Herstellungsverbot für Militärpulver, Zerstörung und Demontage des Werks; die Belegschaft geht von 3.000 auf wenige hundert zurück. Einrichtung von Werkstätten, z. B. für die Reparatur von Lokomotiven und zur Tonnenherstellung (Butterfässer).

Beginn der Zellglasfolienproduktion: mit Transparit legt Wolff den Grundstein für die Walsroder Verpackungsfolien.

Beginn der Kunstdarmproduktion.

Intensive Schießpulverproduktion in Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg. Gründung der Tochtergesellschaft Eibia GmbH, in der zeitweise bis zu 15.000 Arbeitende für die Rüstungsindustrie produzieren.

Rückgabe der Produktionsbetriebe an die Firma Wolff mit der Auflage, ausschließliche zivile Produkte herzustellen.

Beginn der Carboxymethylcellulose-Produktion im Werkteil Fuchsberg.

Beginn der Methylcellulose-Produktion (MC1-Anlage) für die Herstellung von Fliesenkleber im Werkteil Kiebitzort. In der hoch modernen Messwarte hatte der Autoklavenfahrer direkten Sichtkontakt zu den Reaktoren hatte. Weiterer Ausbau der Folienproduktion als zweites Standbein.
Wolff Walsrode wird 100%ige Tochter der Bayer AG.

Auf dem Röpersberg entstand eine computergesteuerte CMC-Anlage, in der auch das gut nachgefragte Bohrmittel Antisol hergestellt wurde. Die moderne CMC-Anlage ging 1984 in Betrieb und stellte mit rund 50 Millionen DM die bis dahin größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte dar.

Strategische Neuausrichtung der Wolff Walsrode AG und Öffnung des Werks als Industriepark Walsrode. Die Geschäftsbereiche werden in rechtlich eigenständige Einheiten ausgegliedert mit dem Ziel, sich auf die Cellulosechemie zu fokussieren und für die Folienbereiche neue Eigentümer zu finden. Die Verpackungsfoliensparte unter dem Namen Covexx wird als Erste an die finnische Wipak-Gruppe verkauft.
Übernahme der Wolff Walsrode AG und damit auch des Industrieparks Walsrode durch The Dow Chemical Company (Dow).

EnBW übernimmt das Kraftwerk und damit die Versorgung der Industrieparkpartner mit leitungsgebundener Energie wie Dampf und Strom.
Dow und DuPont vereinigen sich zu DowDupont, das Geschäft mit Cellulosederivaten und der Industriepark Walsrode werden fortan unter der DDP Specialty Products Germany GmbH & Co.KG fortgeführt. 2018 splittet sich Dow Dupont in rechtlich eigenständige Units auf. Bomlitz wird der DuPont Nutrition & Bioscience-Einheit zugeordnet. Das Geschäft mit Methylcellulose für Bauadditive verbleibt bei Dow.
IFF (International Flavors & Fragrances Inc.) übernimmt die Nutrition & Bioscience- Unit von DuPont. Bomlitz wird größter Standort der IFF in Deutschland und Sitz des Country Managers Germany.
Die tschechische CSG-Gruppe wird mit ihrer Defence Sparte MSM Group Eigentümerin der Nitrocelluloseproduktion. Das Unternehmen wird zu MSM Walsrode umbenannt und betreibt fortan den Industriepark Walsrode. Der Wolf im Firmenlogo ist eine Hommage an die lange Standorttradition und den Firmengründer August Wolff.